Theater Konstanz

Warten auf Godot

von Samuel Beckett

Eine Bühne, ein Baum, eine Handvoll Figuren – mehr brauchte Beckett nicht, um die Fantasie der ganzen Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dauerhaft zu beschäftigen. Sein Stück ist zum Inbegriff der metaphysischen Unbehaustheit des Menschen in der (Post-)Moderne geworden. Dabei bedient er sich des Augenblicks des Wartens, aufgeladen mit clownesker Komik und der Tragik des Absurden.

Die beiden Clowns Wladimir und Estragon sind irgendwo und irgendwann an einer Landstraße und warten auf Godot. Sie wissen nichts über ihn, wann und ob er überhaupt kommt. Aber er erscheint so wichtig, dass selbst Langeweile, drückende Schuhe oder Schläge sie nicht davon abhalten können. Ein weiteres Figurenpaar kommt hinzu, der Diener Lucky mit seinem Herrn Pozzo. Die vier philosophieren und verschwinden wieder. Als sie am nächsten Tag erneut auftauchen, ist Pozzo blind und Lucky stumm. Alles wiederholt sich, aber schlechter als zuvor.

Die Konstanzer Inszenierung in der Regie von Intendant Christoph Nix war im Dezember 2018 zum Internationalen Theaterfestival in Erbil im Irak eingeladen. Unter 14 teilnehmenden Inszenierungen prämierte die Jury Peter Cieslinski in seiner Rolle als Lucky mit dem Preis für den besten Darsteller, die Trophäe für die beste Regie ging an Intendant Christoph Nix.

Presse

„Die Konstanzer Bühne ist leer und schräg, offen für Imagination und den Zauber des Theaters. […] Dieser spielerische Zugang funktioniert, weil Nix die Härten des Stücks nicht ausspart: Odo Jergitsch in der Rolle des Pozzos der brutale Herr, Peter Cieslinski als Lucky die geknechtete Kreatur. […] Im Gegensatz Pozzos und Luckys wird der Abgrund zwischenmenschlicher Grausamkeit hell ausgeleuchtet. […] Nix‘ Anleihen bei der Zirkusmanege betonen Momente der existenziellen Verlassenheit, der Melancholie. […] In dieser Erkenntnis, die traurig macht und doch tröstet, berühren sich Becketts Drama und Nix‘ Inszenierung.“ Theater der Zeit

„Weniger geht nicht, viel mehr indes auch nicht: In Konstanz wird ein grosser Tanz vollführt, ein Lebenstanz, um den Tod zu vergessen. Das ist Metaphysik ohne Jenseitsseligkeit, dafür mit Gegenwartsbezug. Und sie ist unterlegt von viel Gefühl. Die Schauspieler sind leichtfüssig schwebend, hochmotiviert clownesk, traurig komisch. Sie sind ein Gesamtkörper und zudem zwei eingeschworene Liebespaare, im Glück wie im Unglück schicksalhaft miteinander verbunden. […] In Konstanz werden auf der Bühne grosse Emotionen nicht nur geduldet, sie sind erwünscht. Hier machen Menschen mit viel Gefühl Theater mit viel Gefühl. Von solchen Parametern hält das deutsche Theater im Allgemeinen wenig. Im Besonderen ist Konstanz tatsächlich ein Ausnahmefall.“ NZZ

„Der Intendant führt selbst Regie bei dieser Inszenierung unserer grotesken Wirklichkeit. Vor allem im ersten Teil findet er dafür wunderbar poetische Bilder. Der Wartesaal als Klassenzimmer, das Leben als einziger großer Unterricht. Wie Estragon und Wladimir an ihren Hausaufgaben erst wachsen und dann doch wieder scheitern, wie sie mit weißen Bändern Schriftzüge auf die Tafel zu bringen versuchen, die sich am Ende doch nur zu wirren Fallstricken verknoten: Das alles macht die ganze Absurdität unseres Hoffens und Strebens spürbar.“  Südkurier

 

Regie

Christoph Nix

BÜHNE

Christoph Nix
Marie Labsch

KOSTÜM

Ursula Oexl-Menzel

Dramaturgie

Daniel Grünauer

Besetzung

Peter Cieslinski Lucky
Lorenz Leander Haas Ein Junge
Andreas Haase Wladimir
Odo Jergitsch Pozzo
Peter Posniak Estragon
WEITERE
Heinke Hartmann
Claudia Knupfer
Claudia Schiller

Einführung

halbe Stunde vor Beginn | Spiegelfoyer

 

Nachgespräch

im Anschluss an die Vorstellung | Spiegelfoyer

 

Information

Bei diesem Stück gibt es eine Pause.

Preise

24 Euro / 12 Euro

Theater Baden-Baden


Tickets online kaufen