
Eine Version der Antigone des Sophokles von Seamus Heaney
Deutsche Erstaufführung
Deutsch von Arne Muus und Gerd Heinz in der Fassung des Theaters im Marienbad Freiburg
Theater im Marienbad, Freiburg
ab 15 Jahren
Montag, 4.7., 19:00 - 21:30
Nancyhalle
Argos ist besiegt! Während das Volk von Theben das Kriegsende feiert, trauern die Schwestern Antigone und Ismene um ihre beiden Brüder. Diese fielen im Kampf, Eteokles bei der Verteidigung Thebens, Polyneikes auf Seiten des Feindes. Die Thronfolge übernimmt ihr Onkel Kreon. Wissend um das moralische und machtpolitische Vakuum, das in Nachkriegszeiten herrscht, verspricht König Kreon die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Mit seinem ersten Gesetz soll ein Exempel statuiert werden. Den Kriegshelden Eteokles lässt er mit allen Ehren begraben, doch Polyneikes, dem Landesverräter, verweigert er die üblichen Begräbnisrituale. Wer gegen dieses Gesetz verstößt und den Leichnam beerdigt, dem droht die Todesstrafe. Antigone duldet diese Schmähung nicht und bestattet ihren Bruder trotz des Verbotes. Sie fühlt sich den göttlichen Gesetzen verpflichtet. Ihr religiöses Empfinden gebietet ihr, dem Bruder die letzte Ehre zu erweisen, um selbst, wenn die Zeit gekommen ist, mit erhobenem Haupt vor die Götter treten zu können.
Antigone handelt nach ihrem subjektiven, Kreon nach seinem politischen Gewissen für das Wohl der Gemeinschaft. Beide verfolgen verständliche Ziele, doch wer hat das Recht auf seiner Seite? Diese Frage bleibt, seit Sophokles seine „Antigone“ im Jahre 442 v. Chr. schrieb, unlösbar, und gerade dadurch verliert sie bis heute nicht an Aktualität und Reiz. „Neue Antigonen werden heute ersonnen, gedacht, gelebt; und so wird es auch morgen sein.“ (George Steiner)
Mit: Dietmar Kohn, Sebastian Menges, Daniela Mohr, Christoph Müller, Renate Obermaier, Bernhard Ott, Heinzl Spagl, Uwe Topmann, Kirsten Trustaedt-Kümmel, Nadine Werner; Kinder: Henriette Gaus, Laureen Mohr, Lion Schneider; Musiker: Murat Coşkun, Ian Harrison
Regie: Gerd Heinz
Bühnenbild: Johanna Maria Burkhart
Kostüme und Masken: Yvonne Forster
Dramaturgie: Sonja Karadza
