
von Felicia Zeller
Uraufführung
Nationaltheater Mannheim
anschließend Publikumsgespräch/ Festivalzentrum Grauzone
Sonntag, 3.7., 19:00 - 20:45
Badisches Staatstheater
Sie sind billiger als Billiglohnkräfte und haben keinerlei Rechte. Sie heißen Olanka, Olga oder Irina und kommen aus Ländern wie der Schlamparei, Mogelei, Rostland oder Ukulele. Das Land ihrer Träume heißt Knautschland. Dorthin kommen sie in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie sind die Dienstmägde der Globalisierung und nennen sich „Au Pair“. „Au Pair“ bedeutet „auf Gegenseitigkeit“. Was das heißt, diktieren allerdings die anderen. Felicia Zeller stapelt, was da an unterschiedlichen Lebenshaltungen und Bedürfnissen aufeinander prallt, zu einem kakofonen babelschen Turm. Die Ausflüchte genervter Au Pairs werden überflutet von den Wortkaskaden gestresster Powerfrauen, unterbrochen von dem Geschrei tyrannischer Kinder... Einzig die Väter sind in diesem virtuosen Zellerschen Wortschwall nicht hörbar, schweben im All oder kommen gegen halb zehn oder heute vielleicht später oder gar nicht mehr.
Felicia Zeller wurde 1970 in Stuttgart geboren. Sie lebt heute als freie Autorin und Medienkünstlerin in Berlin und erhielt die unterschiedlichsten Stipendien, Förder- und Autorenpreise. Sie schreibt Theatertexte, macht Kurzfilme, Werke auf Neuen Medien und Leseperformances. Für „Kaspar Häuser Meer“ erhielt Felicia Zeller den Publikumspreis bei den Mülheimer Theatertagen 2008. „Gespräche mit Astronauten“ ist zu den Mülheimer Theatertagen 2011 eingeladen.