DAS WILDE KIND

von T. C. Boyle
Uraufführung
Theater der Stadt Aalen
anschließend Publikumsgespräch

Mittwoch, 6.7., 18:00 - 18:50
INSEL

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Was bleibt vom Menschen, wenn Erziehung und Kultur wegfallen? Gibt es so etwas wie ein „natürliches Artverhalten“, einen „präkulturellen Zustand“? Der Mensch, befreit von menschlicher Gesellschaft, ist das ein Monstrum ohne Moral? Im Jahr 1797 greifen Bauern im Süden Frankreichs ein wildes Kind auf. Völlig verdreckt, mit Narben übersät und keiner Sprache mächtig, wird es zunächst wie ein Tier gefangen und dann nach Paris gebracht, wo der Pädagoge Jean Itard sich des verwilderten Jungen annimmt, um die Frage nach der menschlichen Natur zu klären. Er versucht, dem wehrlosen Kind Sprache und Tischmanieren beizubringen, traktiert es mit unzähligen Experimenten, um sich und der Wissenschaft zu beweisen, dass er fähig ist den Jungen zu zivilisieren. Am Ende erreicht er fast nichts. Victor, wie der Wilde genannt wird, überlebt seine Erzieher und Peiniger um viele Jahre und bleibt, was er war: ein wildes Kind.

Die Uraufführung der Dramatisierung von T. C. Boyles Erzählung thematisiert und hinterfragt nicht nur den Hoheitsanspruch des Menschen im Bezug auf alles vermeintlich niedere Natürliche und Kreatürliche. Im Zentrum steht auch die Frage nach dem richtigen Umgang mit einem unberechenbaren, triebhaften und gleichzeitig unschuldigen Menschen.

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Mit: Alessandra Ehrlich, Max Rohland, Alexander Wilß

Regie: Katharina Kreuzhage
Ausstattung: Ariane Scherpf
Dramaturgie: Sebastian Schachtschneider