Kooperation der Kunsthalle Karlsruhe, der UNICEF und der Baden-Württembergischen Theatertage
„Ich möchte das auch haben! Warum kaufst du es mir nicht?“
„Immer muss ich Rücksicht nehmen! Das ist ungerecht.“
Wie oft finden sich Kinder in Situationen, die ihnen ungerecht erscheinen und schlechte Gefühle hinterlassen. Was sind die Ursachen, wie können sie damit umgehen und das Erfahrene kreativ in’s Positive umwandeln?
Auch Maler haben sich dieses Themas angenommen und Gemälde geschaffen, die Kindern auf spielerische und sehr direkte Weise einen Zugang zu ihren Gefühlen und Assoziationen geben. Mit den Methoden der Museums- und Theaterpädagogik tauchen SchülerInnen einer 3. Klasse der Pestalozzi-Schule Karlsruhe in Gemälde von Wilhelm Trübner und Hans Thoma ein und lassen sich vom Gesehenen dazu anregen, während einer Woche Texte zu schreiben, Szenen zu spielen und mit Junior Botschaftern von UNICEF über Kinderrechte zu diskutieren. Alle diese Inspirationen werden schließlich in die Entstehung eigener Kunstwerke einfließen, die dann von den Besuchern der Theatertage im Foyer der Nancyhalle bestaunt und selbst erschlossen werden können.
Konzept: Petra Erler, Kunstvermittlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Ursula Grass, Sonderschuldirektorin Waldhausschule Malsch und Leiterin der UNICEF AG, mit dem UNICEF-Junior-Botschafterteam der Waldhausschule Malsch, Kathrin Lehman, Theaterpädagogin der XX. Baden-Württembergischen Theatertage 2011, Badisches Staatstheater Karlsruhe
Kooperation der Museumskommunikation des ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und der Theaterpädagogik der XX. Baden-Württembergischen Theatertage 2011, Badisches Staatstheater Karlsruhe
UNGERECHT ist das Motto der XX. Baden-Württembergischen Theatertage 2011 in Karlsruhe am Badischen Staatstheater. Im Vorfeld werden SchülerInnen des Max-Planck-Gymnasiums Karlsruhe sich kreativ mit diesem Thema auseinandersetzen. Die Abteilung Museumskommunikation des ZKM und die Theaterpädagogik der Theatertage entwickeln dazu ein Projekt in dem Theater und neue Medien zusammenfinden. Intermediales Theater ist inzwischen ein fester Begriff wenn man den Einzug neuer Medien in der traditionellen Theaterarbeit betrachtet. Aber auch andersrum ist die Darstellende Kunst in transdisziplinären Medienprojekten ein beliebtes Gestaltungsmoment. In Fair_Play kommen beide Bereiche selbstverständlich zusammen. Schüler erarbeiten gemeinsam mit den Diplom-Künstlern Annett Bienhaus (Malerei) und Hendrik Vogel (Szenografie und Sound), Referenten der Museumskommunikation des ZKM sowie Kathrin Lehmann (Theaterpädagogin) eine performative Installation, die während der Theatertage in der Nancyhalle ausgestellt wird und die der Besucher aktiv über den Zeitraum der Theatertage hinweg nutzen und kreativ auf sie reagieren kann.
Die Geschichte des Kinder- und Jugendtheaters in Baden-Württemberg als eigenständiges Genre begann in den 70er Jahren zunächst an den drei Landesbühnen in Bruchsal, Esslingen und Tübingen. Zu den AG-Theatern der ersten Stunden gehören außerdem das Schnawwl Mannheim und das Freiburger Kinder- und Jugendtheater e.V., heute Theater im Marienbad. Zum eigentlichen Geburtsjahr der AG wurde dann das Jahr 1981. In diesem Jahr blieb das baden-württembergische Theatertreffen der Staats-, Stadt- und Landestheater in Tübingen ausschließlich dem Kinder- und Jugendtheater vorbehalten. Das Gastspiel-Programm wurde ergänzt durch zahlreiche Diskussionsveranstaltungen und Workshops. Dazu eingeladen waren neben Theatermachern auch Kulturreferenten der Städte, um sie zu sensibilisieren für den Kunst-Charakter des Kindertheaters.
Offiziell gegründet wurde die AG schließlich 1983 im Rahmen des baden-württembergischen Theatertreffens in Esslingen. Damit ging, inoffiziell, auch das Mandat der Intendanten, in Fragen des Kinder- und Jugendtheaters Ansprechpartner des Ministeriums zu sein, auf die AG und somit die Leiter der Sparten über.
Heute sind zehn kommunal geförderte Theater in der AG zusammengeschlossen. Jüngste Mitglieder sind die Theater Aalen und Baden-Baden. Die AG versteht sich als Interessengemeinschaft zur Förderung des Kinder- und Jugendtheaters und zur Weiterentwicklung dieses immer noch jungen Genres.
Zu den Aufgaben gehören u.a.: die Vermittlung der besonderen Aufgaben und Problemstellungen des Kinder- und Jugendtheaters beispielsweise gegenüber Intendanzen und politischen Gremien, die Belange des Kinder- und Jugendtheaters gegenüber der Öffentlichkeit, den Kulturämtern oder der Presse zu vertreten sowie die Fortbildung der Schauspieler, Regisseure, Dramaturgen und Theaterpädagogen innerhalb der AG.
Jeweils im Frühsommer findet ein Arbeitstreffen statt, bei dem jedes Theater eine aktuelle Inszenierung zur Diskussion stellt. Ergänzt wird das Programm dieser Arbeitsfestivals durch Workshops, Diskussionen und Fach-Vorträge. In geraden Jahren ist das Treffen Teil des Internationalen Festivals „Schöne Aussicht“ am Jungen Ensemble Stuttgart (JES). In ungeraden Jahren finden die Kinder- und Jugendtheatertreffen gemeinsam mit den Baden-Württembergischen Theatertagen in jeweils wechselnden Städten statt. Im Juli 2011 wird das Staatstheater Karlsruhe Ausrichter der 20. Baden-Württembergischen Theatertage sein.
Seit dem Theatertreffen in Heilbronn 1985 haben dank der Finanzierung durch das Land alle Ensemblemitglieder die Möglichkeit, die ganze Zeit anwesend zu sein, gegenseitig die Vorstellungen anzuschauen und sich darüber auszutauschen.
Alle zwei Jahre, im Rahmen des internationalen Festivals „Schöne Aussicht“ verleiht die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendtheater den vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gestifteten Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg. Sprecher der AG sind Brigitte Dethier (Junges Ensemble Stuttgart) und Hubertus Fehrenbacher (Theater im Marienbad, Freiburg).
Der Artikel folgt im Wesentlichen einen Beitrag von Manfred Jahnke über 25 Jahre „Modell Baden-Württemberg“, veröffentlicht in Grim & Grips 20, 2006
Ein wesentlicher Bestandteil der XX. Baden-Württembergischen Theatertagen 2011 ist die enge Zusammenarbeit des Badischen Staatstheaters mit Bildungseinrichtungen aus Karlsruhe und Umgebung. Eine eigens für das Festival eingerichtete theaterpädagogische Abteilung ermöglicht Schülern einen sinnlich-ästhetischen Zugang zu den Theaterstücken des Festivals und vertieft über theaterpädagogische Angebote das Motto UNGERECHT.
Die Theaterpädagogin des Badischen Staatstheaters stellt das Programm der Theatertage gerne persönlich in den Schulen vor. So können Lehrer das optimale Stück, je nach Alter und Inhalt, für Ihre Klassen finden.
Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich an die Theaterpädagogin
Kathrin Lehmann
Telefon +49(0)721-3557-422
kathrin.lehmann@badisches-staatstheater.de
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Klassen der Theatertage blicken durch
ist ein ganzheitliches Theater-Erlebnis-Paket. Damit haben teilnehmende Gruppen und Klassen die einmalige Möglichkeit, vom 1.-10. Juli die vielfältigen Aufführungen der baden-württembergischen Kinder- und Jugendtheater in Karlsruhe zu besuchen und über einen Workshop einen aktiven, intensiven sowie nachhaltigen Zugang zum Medium Theater zu finden.
Der Workshop ist eine Einstimmung auf den Theaterbesuch und sensibilisiert die Schüler für die Darstellende Kunst. Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Fragen, wie z.B. Was ist Theater? Welche Besonderheiten zeichnet die Bühnenkunst aus? Welche Rolle spielt das Verhältnis von Spielen und Zuschauen bei einer Aufführung? Wie kann das Motto UNGERECHT szenisch dargestellt und erlebt werden?
Blick hinter die Kulissen: Eine Vorstellung bedeutet für die Mitarbeiter des Theaters ein perfektes, oft monatelanges Zusammenspiel von künstlerischen und handwerklichen Arbeitsbereichen. Bei einer Hausführung werden die Arbeitsprozesse von der Konzeption bis zur Premiere transparent gemacht. Die Schüler erhalten Einblicke in die Werkstätten und lernen zahlreiche Berufe am Theater kennen.
Der Theaterbesuch: Die Schüler besuchen eine ausgewählte Produktion eines der teilnehmenden Theater der Theatertage.
Je nach Kapazität des einzelnen Ensembles können Stücknachbereitungen durch die Theaterpädagogen oder auch Gespräche mit Regisseuren, Dramaturgen, Schauspielern nach dem Vorstellungsbesuch stattfinden.